Samstag, 11. Juni 2016

11.06.16 - Sommerpause


Liebe Leute!
Liebe Leserinnen!
Liebe Leser!

Der Frühling ist in vollem Gange und der Sommer nicht mehr weit.
Auf unserem Zubau ist bereits der Dachstuhl montiert;
der Grauschnäpper, der sich versehentlich in meinen Ofen gestürzt hat, ist befreit;
Max ist nach wie vor ein Wunder;
mein Buch wächst und gedeiht;
mein Job als Deutschlehrerin will vorbereitet werden;
die Tomatenstauden kämpfen mit aller Kraft gegen den Kältetod -
und so zeigt sich das Leben mit all seinen Gesichtern, Anforderungen, wunderbaren und schwierigen Seite jeden Tag aufs Neue.

Einiges ist offen und unklar und
vieles geht in eine gute Richtung.

Und trotzdem oder genau deshalb - es ist Zeit für eine Pause.
Sommerpause.
Durchschnaufpause.
Konzentration-auf-das-wirklich-Wichtige-Pause.
Sonne-auf-der-Haut-spüren-Pause.

Blogpause.


Als Geschenk für eure Treue und euer Interesse gibts zwei Fotos von meiner Radltour zum Nordkap und zurück. Diese Reise geschah vor 5 Jahren und hat mein Leben grundlegend verändert und auf den Kopf gestellt.
 

Dieses hier zeigt mich im finnischen Lappland. Die Mücken zwingen mich, das Mittagessen gehend zu verzehren. Alles, was ich dagegen tun kann, ist, ihnen die Zähne zu zeigen...
 
 

Mein wunderbares Radl irgendwo im Norden Norwegens.
 
 
Ich verabschiede mich von euch und wünsche euch einen wunderbaren, erholsamen, sonnigen Sommer voll von Leichtigkeit, Freude und Liebe. Tuts geniessen und vielleicht lässt sich gar der eine oder andere Traum verwirklichen :-).
 
Am ersten Septemberwochenende bin ich wieder zurück.
Habts es gut derweil!
 
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit

Sonntag, 5. Juni 2016

05.06.16 - Oh süsses Kinderlied!



Das hier ist ein lustiges, fröhliches Lied. Guter Rhythmus, guter Schwung. Da kann man so richtig wunderbar reiten auf Papas oder Mamas Oberschenkel. Bis hin zur letzten Zeile. Wo die Unbeschwertheit wie aus dem heiteren Himmel eins über die Rübe gezogen bekommt.
Es geht so:

Rida rida ranka
Das Pferd heisst Blanka
Kleiner Reiter, so süss
Du hast noch keine Sporen
Wenn du sie dir verdient hast
Ist deine Kindheit bereits vorüber.


Dieses hier kann sehr gut als Gute-Nacht-Lied verwendet werden. Die Melodie spannt zuerst einen wunderschönen Bogen in schillernden Farben, bis sie sich in den letzten 3 Zeilen auf die Wiese legt, eine Blume zwischen die Zähne nimmt, die Augen schliesst und selbstvergessen vor sich hinsummt. Es geht so:

Byssan lull
Mach den Topf voll mit Essen
Da sind 3 Wanderer auf dem Weg zu uns
Der eine humpelt
Der andere ist blind
Der dritte hat zerlumpte Kleider


Das hier aber, das ist mein absoluter Favorit. Die Melodie lässt jeden lauen Sommerabend zum grauen Novemberregen werden, jedes Lachen in Tränen ersticken, sie lässt einen in einer zu Scherben zerbrochenen Welt zurück, völlig allein und dem Untergang geweiht.
Der Text ist viel versprechend:

Tabakrolle
Wie hast du hierher gefunden?
Ich bin auf der Strasse nach Turku hierher gekommen
Auf der alten Stierstrasse von den Leuten in Tampere.


Die ersten beiden sind schwedisch, das letzte ist finnisch. Aber alle miteinand gelten sie definitiv als Kinderlieder. Und werden auch bei uns daheim als solche verwendet.
Wobei ich zugeben muss, dass ich mich ja schon manchmal frage, inwieweit solche Lieder, wenn man sie am Tag mehrmals vorgesungen bekommt, Einfluss auf die Psyche unserer lieben Kleinen haben. Und dann denk ich mir wieder: Ma, die Finnen sind ja schon brutal. Und sehe gleich wieder das Klischee des depressiven, selbstmordgefährdeten, Alkohol abhängigen Finnländers untermauert und bestätigt und - erklärt.
 
 
Wie bin ich doch froh, auf deutsches Liedgut zurückgreifen zu können.
Also. Mal schauen. Was findet man da?

Fuchs, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her
Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schiessgewehr.
Seine grosse, lange Flinte schiesst auf dich den Schrot
Dass dich färbt die rote Tinte und dann bist du tot.

oder:

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Haus herum, fidebum
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Haus herum.
 
 
Sag mal, was tun wir denn da eigentlich mit unseren Kindern??? Ja. Eh. Was tun wir denn da?

Ach. Was ist die Antwort drauf? Natürlich kann man immer politisch korrekt und stets gut gekleidet sein. Man kann darauf achten, dass unser Kinder ausschliesslich mit pädagogisch wertvollen Inhalten konfrontiert werden. Man kann an den hohen Massstäben der einwandfreien Erziehung festhalten, sodass der werte Nachwuchs nur das Beste mitkriegt und entwickelt und lebt und ganz überhaupt - wird.
Oder man kann sein Kind an die Hand nehmen und mit ihm die Welt entdecken. Und wenn man die Welt entdeckt, entdeckt man die Welt in ihrer Ganzheit. Mit allem, was dazu gehört. Neben dem Sonnenschein und der Blumenwiese gibt es den Jäger, der den Fuchs erschiesst, den zerlumpten Wanderer und die Tabakrolle auf ihrem Weg zu uns.
 
Mein liebes Kind, tun wir uns die Welt anschauen. Gemeinsam. Voller Neugierde und mit offenem Herzen mach ma uns auf den Weg. Und dann schau ma einfach, was kommt. A bissl was zeig i dir, aber bissl was zeigst du mir.
Nur eines: Wir müssen reden miteinander. Immer. Auch dann, wenns unangenehm wird.
Und: Wir dürfen niemals aufhören, miteinander zu singen :-)!
 
In diesem Sinne - jodldio!
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit