Seit ca. 1 Jahr bin ich Mitglied einer Whatsapp-Gruppe. Nicht etwa, weil ich das so gewollt hätte. Ich wurde - freundlicher Weise - hinzugefügt.
Für jene, die nicht wissen, was eine Whatsapp-Gruppe (WG) ist: Eine WG besteht aus mehreren Gruppenmitgliedern (GM). Wenn ein GM etwas schreibt , können alle anderen GM das lesen. Dasselbe gilt für jede Reaktion und jede Antwort. Was bedeutet, dass jedes GM freiwilliger bzw. unfreiwilliger Mitleser einer Unterhaltung wird. Ob man sich nun einbringt oder nicht.
Seitdem ich also GM der Familjcafegruppe bin, werde ich regelmässig piepsend und mit vielen Emoticons auf dem Laufenden gehalten über Babys und Kinder der Umgebung, ihre diversen Krankheiten und über ihre Mütter, die zum wöchentlichen Treff kommen oder eben nicht, und wenn nicht, warum.
Ich hab mich seit mehr als einem halben Jahr rausgehalten. Mangels Zeit und Lust und mangels Interesse, was Max ebenso betroffen hat wie auch mich.
Nur letzte Woche, da hab ich mir gedacht: Birgit, es isch Zeit. Max ist in einem Alter, da andere Kinder für ihn interessant werden, und, ja, mir schadets ja auch nicht. Vermutlich.
Also hab ich die Diskussion verfolgt. Es ging darum, ob ein Treffen zustande kommt oder nicht, weil ein Mädl vor ein paar Tagen Speibdusel hatte. Und da gings hin, und her, und wieder hin, und rundherum, und auf und ab, und, ja, ganz wild isches zuagangen. Jede Mami hatte eine Meinung dazu, auch jene, die eh nicht kommen wollten oder konnten. Irgendwann hab ich mir gedacht: Ok, du fühlst dich a bissl genervt von dieser schwammigen Freundlichkeit, wo man ausser zum Sumsen zu nix kommt und hast eine klare Meinung, also gib sie her. Das hab ich dann auch getan. Und - Sensepause. Nichts mehr. Totales Schweigen von allen Seiten. Hallo??? Ich hab das Handy gecheckt, obs eh noch geht. Habs geschüttelt, sogar aus- und eingeschalten hab ichs. Es kam nichts mehr. Geschlagene 6 Stunden lang.
Und da war klar: Ok. Ích habs wieder mal mit peinlicher Präzision geschafft, ins berühmte Fettnäpfchen zu treten. Wo? Wie? Keine Ahnung. Auch ein Diskurs mit dem, der es wissen müsste, zumal er ja ein "Doiga" ist, hat kein Licht ins Dunkel gebracht.
So ergehts mir da in diesem Land.
Lange, lange läufts gut. Ich red mit diesem und mit jener, habe immer mehr sprachliche als auch zwischenmenschliche Erfolgserlebnisse, fühle mich sicherer und gewandter,... Bis es wieder passiert: die Miene meines Gesprächspartners friert ein oder eine komplette Gruppe verfällt in eisiges Schweigen. Und ich steh da wie ein Schwammerl und kenn mich nicht aus.
Und dann leg ich eine Platte auf vom Bobby McFerrin, nehm den Grossen in die eine und den Kleinen in die andere Hand, tanz mit ihnen durch Haus und sing laut: Don't worry, be happy!
In diesem und im anderen Sinne:
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
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