Donnerstag, 31. Dezember 2015

31.12.15 - Silvester


In der Sauna.
In Dornbirn.
In Wien.
In Innschbrugg.
In Navis.
In meiner Wohnung.
Am Lanser Kopf.
In Schwaz.
In der Südsteiermark.
Aufm Berg.
In der Hütte.

Alleine.
Mit mehreren.
Zu zweit.

Verliebt.
Verzweifelt.
Einsam.
Glücklich.
Neugierig.
Entspannt.
Gelangweilt.
Überfordert.
Aufgeregt.

Rodeln gegangen.
Lied geschrieben.
Geratscht.
Zeit tot geschlagen.
Gesungen.
Blei gegossen.
Konzert gehört.
Gespielt.
Gegessen.
Feuer gemacht.
Alkohol getrunken.
Karten gelegt.
Wunschballon steigen lassen.
SMS geschrieben.

Raketen geschaut.
Wehmütig geworden.
Umarmt.
Geküsst.
Hände geschüttelt.
Musik gehört.
Getanzt.

Am nächsten Tag...
sich neu gefühlt;
im Cafe Central gesessen;
geschrieben;
G. angerufen;
neue Luft eingeatmet;
heim gefahren;
lang geschlafen;

Jedes Jahr anders.
Jedes Jahr a Druck.
Jedes Jahr grosse Emotionen.

Und letztes Jahr - ungewusst schwanger gewesen.
Und heuer: fern von jeglichem Druck. Völlig frei von Kreativität und Originalität und Besonderheit. In aller Unaufgeregt und Entspanntheit einfach sein. Mit Max. Mit Kalle. Mit alkoholfreiem Sekt und meinem ersten Schluck Rotwein seit einem Jahr. Unglaublich dankbar. A bissl gestresst, wenn ich meinen Blick nach vorne richte. Voll kindlicher Vorfreude, wenn ich an mein neuestes Projekt denke. Und laut lachend, wenn ich meinen beiden Lieblingsmenschen zuschaue. So gehe ich in diesen Abend. Und in das neue Jahr.
 
Euch, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich ein buntes, ein erfülltes und inspirierendes neues Jahr. Möget ihr Antworten auf die Fragen finden, die das Leben euch stellt. Möget ihr mutig und klaren Geistes vorangehen. Möge die Liebe euch umarmen und leiten. Und - habts es einfach gut und fein mit anderen und mit euch selbst.
 
Alles Liebe, Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
 
 
1.1.15 aufm Weg zur Juifenalm
 

Sonntag, 20. Dezember 2015

20.12.15 - Zukunftsaussichten


Worauf ich mich am meisten freue?
  • auf Ö1 im Autoradio
  • auf das Licht
  • auf die Tiroler Luft
  • auf den "Bio vom Berg"-Bergkäse
  • auf die sonntägliche Frühstückszeitung
  • auf Robert Kratky beim Frühstückmachen
  • auf das Brot
  • auf das eine oder andere Bäcker-Ruetz-Frühstück
  • auf das Bachrauschen
  • auf den Klang der Sprache
  • auf gemütliche Cafehäuser mit Bedienung
  • auf an guatn Kaffee
  • auf das Salz auf den Strassen
  • auf das, was ich spüre, wenn ich umgeben/umkreist/ummantelt bin von Bergen
  • und natürlich auf den ein oder die andere liebe/n MenschIn

Ich muss aber auch zugeben, dass mir diese kommenden Wochen bereits einige schlaflose Stunden bereitet haben. Das Leben in Lövsund ist auf jeder Ebene und in jedem Bereich das genaue Gegenteil vom Leben in Tirol. Und ich weiss nicht, wie Max damit umgehen und wie sich das in weiterer Folge auf das gesamte Erleben dort auswirken wird. Das macht mich unruhig und nervös. Aber, Zitat Lebenshilfe WS Hall: "Schau ma mol, donn sech mas jo!"
 
Meine lieben LeserInnen in Österreich, Deutschland, Russland, Irland, Italien, Finnland, USA, Kanada, Israel, Philippinen, Rumänien und Frankreich, ich wünsche euch
 
Schöne Weihnachten,
Happy Christmas,
God Jul und
Hyvää Joulua!
 
Möge es der Weihnachtsmann gut mit euch meinen! Und möge das Christkind euch wohl gesonnen sein!
Danke fürs Dabeisein in diesem Jahr! Danke fürs Lesen! Jedes einzelne Aufrufen meines Blogs freut mich sehr und macht Lust, weiterzumachen.
 
Habts es fein!
Alles Liebe, Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
 
 
 
zugefrorenes Meer bei Sonnenuntergang um 2 am Nachmittag mit Mond am Himmel

 

Sonntag, 13. Dezember 2015

13.12.15 - Die Geschichte von dem kleinen Ton



Es war einmal ein kleiner Ton. Dieser Ton war so klein, dass kaum jemand auf der Welt Notiz von ihm nahm. Darunter litt der kleine Ton sehr. Anfangs noch hat er alles, was ihm möglich war an Lautstärke und Größe von sich gegeben, doch die anderen Töne und die meisten anderen Wesen hatten bestenfalls nur ein mitleidiges Lächeln für ihn übrig. Andere lachten ihn gar aus und fragten: „Was willst denn du kleiner Ton hier? Wir sind alle viel größer, viel besser und viel wichtiger als du. Sei besser leise!“ Und das tat der kleine Ton dann auch. Er wurde leiser und leiser, bis er gar nichts mehr von sich gab. Und je leiser er wurde, umso trauriger wurde er. So glich er mehr einem Schatten, der  verstohlen von einem Ort zum anderen schlich, als einem Ton, der seiner Natur entsprechend sang, lebte, tanzte und flog.

Mittlerweile war unser Ton schon etwas in die Jahre gekommen. Bei den Tönen wirkt sich das Älterwerden ganz anders aus als bei uns Menschen. Wir Menschen werden, je älter wir werden, gebrechlicher, leiser, langsamer, faltriger, kleiner, zittriger und lästiger für die Mitmenschen. Die Töne aber werden meist lauter, voller, größer, und auch, wenn sie schon längst gestorben ist, will das nicht so richtig auffallen, denn sie klingen immer noch nach, wecken immer noch Emotionen und berühren.

Es gibt aber etwas, das Menschen und Töne gemeinsam haben. Keiner von beiden ist wirklich glücklich und kann zu seiner Vollendung kommen, wenn er alleine ist.

Wir Menschen brauchen andere Menschen, um miteinander lachen und weinen zu können, um selber immer weiter gehen zu können. Denn nur in der Begegnung mit anderen kommen wir immer wieder in Berührung mit uns selber. Und das wiederum ist unumglänglich, will man nicht auf demselben Fleck stehen bleiben, den man irgendwann einmal zugewiesen bekommen hat.

Die Töne sollen ebenfalls nicht allein ihr Leben fristen. Denn allein klingen sie mit der Zeit etwas langweilig. Auch wenn sie noch so inbrünstig ihr Ureigenes von sich geben, so ist es doch im Grunde genommen immer dasselbe, das sie geben können. Eben ihren Ton. Wenn sie sich aber mit anderen Tönen zusammenschließen, dann erleben sie etwas ganz Wunderbares. Sie erfahren eine großartige Wandlung, in der sie von einem Ton, der sie zuvor waren, wichtiger und unersetzlicher Bestandteil eines großen Ganzen werden, nämlich eines Liedes. Und wie wir alles wissen, gibt es ja nicht nur ein Lied auf dieser Welt, es gibt so viele Lieder, dass niemand instande ist, sie alle zu zählen.

So also saß unser kleiner, etwas in die Jahre gekommener Ton, eines Tages auf einem einsamen Berggipfel und träumte stumm vor sich hin. Er wagte sich schon seit längerer Zeit nicht mehr ins Tal hinunter. Dort waren so viele Wesen, Menschen und andere Töne, und es gab dort auch so viele Lieder, und er hatte Angst vor ihnen. Vor ihnen allen. Hier oben auf den Bergen fühlte er sich wohl, denn hier wollte keiner etwas von ihm und er brauchte nicht das Gefühl zu haben, dass irgendetwas nicht mit ihm stimmte. Er saß also auf diesem Berggipfel, auf dem sich selten jemand oder etwas verirrte, starrte in die Welt, hörte all die Fragen, die sich ihm immer wieder stellten und spürte ein seltsames Gefühl von tiefer Sehnsucht. Der Ton war so vertieft in sich selber, dass er gar nicht bemerkte, wie ein kleiner Schmetterling herangeflogen kam und sich hinter ihm setzte. Erst sein Schluchzen riss den Ton aus seiner Welt und er gewahr dieses kleine Wesen hinter sich, dessen Flügel zusammengeklappt waren und trotzdem so stark zitterten, als würde ein starker Sturm daran reißen, obwohl es windstill war. Man konnte die Farben nicht mehr sehen. Der Kopf hing traurig nach unten und wurde zugedeckt von den Flügeln, die Fühler hingen ebenfalls nach unten. Und dieses herzerschütternde Schluchzen, wodurch der Ton aus seinen Träumen gerissen wurde, war es schließlich auch, was ihn allen Mut zusammennehmen ließ, um den Schmetterling mit seinem tröstlichsten Ton zu ummanteln. Töne können nicht sprechen, können nicht von sich aus Worte bilden. Also versuchte er auf seine Art – summend und tönend - ungefähr folgendes  dem zitternden Wesen zu geben:
 
„Du lieber, kleiner Schmetterling. Ich sehe dich. Ich spüre dich. Es ist schon gut. Ich bin da. Höre. Spüre. Weine. Das ist gut. Ich umarme dich. Ich bin da. Alles ist in Ordnung.“

Der Schmetterling hob den Kopf. Er sah aber nichts. Er vernahm nur diesen unglaublich warmen und herzlichen obwohl sehr stillen Ton.

Menschen benehmen sich oftmals etwas seltsam, wenn sie etwas hören, aber nicht sehen können. Manche glauben sogar, sie werden verrückt und begeben sich zu einem Arzt, der sie heilen soll.  Sie klammern sich an ihren Verstand, der ihnen sagt: „Wenn du etwas hörst, musst du es auch sehen. Wenn du etwas hörst und nichts siehst, ist mit dir etwas nicht in Ordnung.“. Der menschliche Verstand ist ein gar wundersames Wesen. Es hilft dem Menschen, sich in dieser Welt und in seinem Leben zurechtzufinden, Dinge auszuprobieren und daran zu wachsen in ihrem Wesen. Trotzdem ist große Vorsicht geboten. Denn er strebt danach, immer größer, immer mächtiger zu werden. Das macht er, indem er Dinge wie Intuition, Spontanität und Leichtigkeit im Tun einfach unterdrückt und wegsperrt. Nur so kann er größer werden. Das, was wirklich gefährlich daran ist, ist, dass er die meisten Menschen etwas ganz wichtiges vergessen lässt. Die Menschen haben vergessen, dass alles auf dieser Welt, jeder Mensch, jedes Wesen, jede Blume und jeder Stein, also wirklich alles, was gesehen und auch nicht gesehen werden kann (das menschliche Auge ist nicht dafür gemacht, dass es alles, was es gibt, sehen kann), seinen ureigenen Ton in sich trägt. Auch der Planet, auf dem wir leben, hat seinen eigenen Ton, doch wir haben verlernt, diesen zu hören. 

Da sind die Tiere und alle anderen Wesen, die nicht vom menschlichen Verstand gesteuert sind, besser dran. Denn sie sind im Moment, sie spüren den Augenblick, sie spüren sich selbst in jedem Augenblick, völlig losgelöst von allen Gedanken und Überlegungen. Wie auch unser Schmetterling. Er hörte den Ton, spürte ihn in sich, fühle sich getröstet, gehalten, und mit jedem Moment wuchs seine Zuversicht. Die Verzweiflung war immer noch sehr stark, doch auch der Mut tauchte plötzlich wieder in ihm auf. Erst sehr zaghaft, doch schnell wuchs er, wie eine Pflanze, der man zu trinken gibt. Er hörte auf zu zittern, breitete seine Flügel auf und spürte die Sonne, die ihn wärmte, und hörte ein leisen Summen, das ihm Zuversicht schenkte.

Der Ton sah den Schmetterling, er sah seine wunderbaren bunten Flügel, Staunen machte sich in ihm breit und Freude über dieses schöne Wesen. Auch seine Zuversicht wuchs, und er vergaß ganz darauf, dass er ja eigentlich Angst hatte vor allem, das lebte. Sein zuvor zurückhaltendes, vorsichtiges Summen wurde immer lauter, immer freudiger, bis es die ganze Bergspitze einnahm und zu einem mutigen und sicheren Ton anschwoll. Welch Freude das war! Auf einmal hörte er sich selber wieder, er wusste, wie er sich anhörte, wer er war, wie er war. Und er hörte, wie wundervoll er klang. Er sang, er spielte mit sich, er fühlte sich plötzlich so lebendig und so frei.

Das wiederum schien den Schmetterling anzustecken, und er hatte plötzlich große Lust zu fliegen, wohin der Wind ihn trägt. Und das tat er dann auch. Aber er flog nicht allein. Er nahm den Ton mit, denn er konnte nicht anders als singen, fliegen, tanzen, sich freuen. Zusammen tanzten sie den Tanz des Lebens, sie schlugen Purzelbäume, spielten fangen, waren in einem Moment wie Kaiser und Kaiserin und im nächsten schon wieder wie ein Haufen balgender Kinder. Sie lachten, weinten, waren stark und zugleich so schwach, so weich.

Und da war er wieder, dieser wunderbare Klang. Es war der Erdenklang. Selbst unser Ton hatte ihn schon fast vergessen. Der Erdenklang, musst du wissen, ist ein Klang bestehend aus allen Tönen dieser Erde. Alle Wesen sind Teil dieses Klangs. Alle Lieder, die je gesungen wurden, sind darin enthalten. Ebenso wie jedes Gefühl, jedes Schweigen und jegliche Gestalt, die das Leben annimmt. Das alles zusammen ergibt den Erdenklang. Du möchtest wissen, wie er klingt? Schließe deine Augen und höre, was ist. Und wenn du ganz leise im Kopf und geduldig im Herzen bist, wirst auch du ihn hören. Und du wirst erfahren, dass du selber ein Teil dieses Klanges bist, und dass du nur deinen Ton, dein Wesen entfalten musst, um ganz zu werden und um zur Vollendung zu gelangen. Du wirst dich verlieren und zugleich finden. Das ist das Ziel. Das ist der Grund deines Daseins. Das ist das, worum sich alles dreht.
 
 
 

Montag, 7. Dezember 2015

07.12.15 - Der dunkle Advent


 
 


Die Sonne. Mmmmm, wie gut sie uns heute getan hat!!! Sie lässt sich nicht mehr allzu oft blicken hier im Norden, und wenn, dann nur für ganz kurz, wie man oben gut sieht. Und wenn sie denn schon mal da ist, dann muss man das nutzen. Also, Max trotz lautstarkem Protest zsammengepackt und aussi. Ma, soooo fein. Und so anders, die Wintersonne. Wenn sie da ist, dann so flach. Der unsichtbare Bogen, dem sie folgt, schrammt knapp über dem Horizont entlang. Und so hat man immer das Gefühl von Morgen bzw. Abend. Nur a bissl anders, weil das Licht dunkler ist. Ja. Sie scheint dunkler. Dunkelgold. A ganz spezielle Stimmung...!
 
Auf dieses andere, zwielichtartige Ding, das sich Tag schimpft, und immer dann auftritt, wenn nicht die Sonne scheint, geh ich jetzt gar nicht weiter ein. Tut meinem Innenleben nicht gut...
 
Deshalb steht a Themenwechsel an.
 
Wie wärs zB mit "Advent in Finnland"?

Das, was bei uns der erste Advent ist, ist hier "Lilla Jul" (kleine Weihnachten). Damit läutet man die Adventszeit ein, indem man einfach so tut, als sei Weihnachten, nur eben im kleinen Format. Man stellt einen kleinen Christbaum bei sich daheim auf, hängt kleinen Schmuck drauf  und verschenkt kleine Geschenke. Vielleicht singt man auch kleine Lieder und trinkt kleine Glasln Wein. Keine Ahnung. Wir haben auf jeden Fall keinen Christbaum, keinen kleinen und später auch keinen grossen. Dafür haben wir einen Adventkranz. Das ist mein Einfluss. Und den hab ich sehr gern.

Was noch sehr auffallend ist, ist, dass beinahe jedes Haus so etwas

Bildergebnis für weihnachten finnland fenster kerzen

im Fenster stehen hat.

Wir habens mit diesen komischen elektrischen Kerzen nicht so. Deshalb schaut das in unserem Fenster so aus:

 

Es gibt dann natürlich noch so viele andere Dinge wie die Lucia oder der Unabhängigkeitstag oder die Jultorta oder Härlig är jorden, jedoch...
 
... für Beschreibungen von mir emotionsfernen Dinge fehlt mir grad die Musse.
 
Für mich bedeutet Advent heuer:
  • Max durch die Abende und manchmal Nächte tragen
  • jeden Sonnenstrahl nutzen und mit am Riesengrinser willkommen heissen
  • Tirolflug und -zeit vorbereiten
  • zu jedem Essen eine Kerze anzünden
  • dem Zahnarzt einen Besuch abstatten
  • im 2-Stunden-Rhythmus mich einer guten Lektüre (momentan Sofi Oksanen) widmen, derweil Max isst
  • und die Liebe spüren und leben, immer dann, wenn sie sich zeigt :-).
In diesem Sinne: Schönen und gemütlichen Advent!
 
Pfiatenk und Hej då -
d'Birgit