Mit Ho und Hau, so rasen wir
Pfitschipfeilschnell und ungestüm - zu dir
du lieber, kleiner Fratz
Mit einem Satz
Sind wir auf der Brück'
Und wie du schon ahnst - es gibt kein Zurück
Das Fenster kurbel ich hinunter
Ich lehn mich raus, gar frisch und munter
Der Wind haut mir ins Gesicht
Dieser Wicht
Und ich schließ' sofort die Augen,
Und die Lungen, sie saugen
Ganz automatisch, so wie auch in Kindheitstagen,
Als ich das Autofenster öffnete und schrecksgeladen
Mir die Mutter zurief: Tu es zu!
Viel Luft in sich hinein, juhuuuu!
Ein Juchizer will so gern aus mir hinaus
Ich stoß ihn raus
Den Wilden
Weit übers Meer und weitere Gefilden
Dass es nur so dröhnt und bebt
Im Finnenlande - und es schwebt
Die Möwe über meinem Kopf - sie kreischt
Ich ruf ihr zu: Då hosch di åwa teischt
I her nit auf!
Då setz' i decht glei no oan drauf!
Ich juchize noch mal
Laut und stark und beinah animal
Kommt er aus meiner Kehle raus
Und aus der Seele, mit Applaus
Dem inneren, verbeug ich mich
Da hat es sich
Ich hol mein ganzes Gstell nun wieder rein
Den Kopf, den Hals, die Hand, das Bein
Und hör ihn lachen, meinen Mann
Ich lache mit, und dann -
Erst seh ich sie am Ufer stehen
Sie ist beim Fischen - heit ischs schen
Sie klammert sich ängstlich an der Angel fest
Und starrt zu uns, völlig gestresst
Da wird mir klar,
Oh naaaa
's ist wegen mir, die ich so brüll'
Das ist ja wirklich viel zu viel
In Finnland schreit man nämlich nicht
Davon bekommt man - sagt man - Gicht
Oder so
Muss wer aufs Klo?
Dann geh nur bitte, geh geschwind
Sonst fängt zu weinen an das Kind
Wie dem auch sei, die Frau
Ich weiß es nicht genau
Doch ich vermute, sie steht immer noch erstarrt und festgefror'n am selben Platz
Mit ihrem Schatz
Der Angel
Der Fisch, der angebissen hat
Schwimmt hin und her, vergisst doch glatt
Todesangst zu haben
Die Raben
Bauen schon ihr Nest in ihrem Haar
Und jetzt ist endlich alles klar
Froh sein ist gut
Doch fehlt dir den Mut
zum lauten Schrei'n
Dann lass es sein.
Ansonsten:
JUUUUUUUHUHUHUI!!!!!!!!!!
Doch fehlt dir den Mut
zum lauten Schrei'n
Dann lass es sein.
Ansonsten:
JUUUUUUUHUHUHUI!!!!!!!!!!
Eines schönen, sonnigen Tages, als wir wieder einmal die Gegend erkundeten, begegneten wir diesem jungen Mann hier:
In höchstem Grade freundlich und mit allen Regeln des menschlichen Miteinanders vertraut präsentierte er sich als Peter. Und bat uns sogleich, ihn aus der zweifellos misslichen Lage, in der er sich befand, zu befreien.
Erst da bemerkten wir
und
Ihre Schnüre waren heillos miteinander verknotet, während sie selber übereinander liegend in einer zerschlissenen Schachtel auf ein Ende ihrer würdelosen Situation warteten.
Die junge Frau, die sich alsbald Anna nennen würde, hatte vor Scham die Augen geschlossen. Peters Kopf lag auf ihrer Brust, während andere Teile seines Körper schwer auf ihrem lagen. Sie wagte nicht zu schauen, welche wo.
Die alte Frau, Edeltraud, hingegen, sie hatte die Situation zwar keineswegs im Griff - sie hatte die unkomfortablste Position, zumal sie unter den anderen lag, und sie war froh, keinen Atem zum Leben zu brauchen - aber sie hatte Lebenserfahrung. Und sie wusste, dass das gefühlte Absolute dieses Zustandes nur gefühlt war. Irgendwann würde wieder jemand kommen, der sie sah. Und erkannte. Und sie mitnehmen würde.
Das war immer so gewesen.
Und es würde immer so sein.
Denn die Menschen, die spürten, lachten, weinten, tanzten, träumten, das waren jene, die sich von ihnen, den Marionetten, ansprechen ließen. Diese Menschen hatte es immer gegeben. In jeder Epoche, in jeder Kultur. Und es würde sie immer geben. Denn es braucht sie. Die Welt braucht sie. Immer.
Edeltraud sollte Recht behalten. Heute hängt sie mit ihren beiden Marionettenkollegen, jede/r für sich, frei und in ihrer Würde wieder hergestellt, neben dem Eingang zu meiner Praxis. Irgendwann werden sie eine Rolle zu spielen haben. Welche, das wird sich weisen.
Ich möchte euch gerne etwas zeigen.
Schaut her. Das hinter den Bäumen ist unsere Schule:
Und das der Ausblick, wenn man direkt davor steht:
Sitzt man also an seinem Pult im Klassenzimmer, dann wird der Blick und die Kinderseele von diesem Panorama genährt.
Ist man dort, fühlt es sich an, als sei es das Paradies. Ich glaube, es gibt keine schönere Schule in dieser Welt.
Diese Schule will man schließen.
Man sagt, das Gebäude sei zu alt und die Kinder seien zu wenige.
Man sagt, man brauche Moderneres.
Man sagt, man würde ein Bildungszentrum bauen. Weit weg. Zwar ohne Meer oder Dorfzentrum, dafür aber mit guter Anbindung, will heißen Durchzugsschnellstraße.
Man sagt, es sei wichtig für Kinder, dass es so viele wie nur möglich andere Kinder in derselben Altersgruppe gäbe.
Man sagt, es sei kein Problem für kleine Kinder, täglich zwei Stunden im Bus zu sitzen.
Man sagt, es sei gut für das Unterrichten, also für die Lehrer, wenn es eher mehr als weniger Kinder gäbe.
Man sagt, man solle versuchen, Familien mit schulpflichtigen Kindern hier anzusiedeln. Dann würde man es sich vielleicht noch mal überlegen.
Man sagt, Finnland hätte eines der besten Schulsysteme weltweit.
Ich frage mich: Stimmt das?
Derweil:
Ich schaue in leuchtende, sommerbraune Gesichter.
Ich höre berührende, optimistische Geschichten.
Ich schmecke, koste süße Früchte, von der Sonne erwärmt und bemalt.
Ich rieche Gras, Meer, Blumen.
Ich spüre - dich.
Schönen Sommer, liebe Leute! Er dauert noch. Richtig lang.
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
Ist man dort, fühlt es sich an, als sei es das Paradies. Ich glaube, es gibt keine schönere Schule in dieser Welt.
Diese Schule will man schließen.
Man sagt, das Gebäude sei zu alt und die Kinder seien zu wenige.
Man sagt, man brauche Moderneres.
Man sagt, man würde ein Bildungszentrum bauen. Weit weg. Zwar ohne Meer oder Dorfzentrum, dafür aber mit guter Anbindung, will heißen Durchzugsschnellstraße.
Man sagt, es sei wichtig für Kinder, dass es so viele wie nur möglich andere Kinder in derselben Altersgruppe gäbe.
Man sagt, es sei kein Problem für kleine Kinder, täglich zwei Stunden im Bus zu sitzen.
Man sagt, es sei gut für das Unterrichten, also für die Lehrer, wenn es eher mehr als weniger Kinder gäbe.
Man sagt, man solle versuchen, Familien mit schulpflichtigen Kindern hier anzusiedeln. Dann würde man es sich vielleicht noch mal überlegen.
Man sagt, Finnland hätte eines der besten Schulsysteme weltweit.
Ich frage mich: Stimmt das?
Derweil:
Ich schaue in leuchtende, sommerbraune Gesichter.
Ich höre berührende, optimistische Geschichten.
Ich schmecke, koste süße Früchte, von der Sonne erwärmt und bemalt.
Ich rieche Gras, Meer, Blumen.
Ich spüre - dich.
Schönen Sommer, liebe Leute! Er dauert noch. Richtig lang.
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit






