08:22.
Bald muss ich mich anziehen.
Bald fahren wir los in den Kindergarten.
Oh, der Sturm muss ja noch in den Schupfen gebracht werden! Sturm war früher Max' Schaukelpferd, mittlerweile hat er sich zu einem Wildpferd gemausert und verbringt die Nächte draußen in der wilden, unberührten Natur. Wenns nicht regnet. Oder schneit. Oder er Angst hat vor Wölfen. Oder Angst davor, dass es anfangen könnte zu regnen.
Sturm ist neben vielen anderen ein Teil unserer Familie geworden. Und natürlich gibt es unterschiedliche Bedürfnisse in einer Familie. Das gilt es zu verstehen und zu akzeptieren.
Ich starre Löcher in die Holzwand gegenüber.
Und ich frage mich, wie lange ich diesen Blogg noch aktiv betreiben möchte. Ich merke, es stresst mich zunehmend. Mein Leben oder meine Gedanken finde ich zwar selber sehr spannend, bunt und manchmal sogar magisch. Aber etwas subjektiv Magisches ist und bleibt immer nur für einen selber magisch. Also, so im Sinne von: Ich erstarre ehrfurchtsvoll und denke mir "WOW" und der andere zuckt mir seiner Schulter und denkt sich "Und?".
Und so suche ich nach Themen, die nicht nur subjektiv von Bedeutung sind sondern die wirklich auch für die Allgemeinheit interessant sein können. Und diese Suche gestaltet sich in unserem Wald, wo endlich die Bäume Blätter bekommen und das als Highlight gilt, zunehmend schwierig.
Hinzu kommt, dass ich keine Freundin von Einseitigkeit bin. Nach Jahren des Monologs kristallisiert sich ein gewisses Ungleichgewicht heraus. Ich erzähle und ich zeige und ich hüpfe und ich tanze und ich singe und ich schlage Purzelbäume und ich laufe barfuß mit einem Elch um die Wette - und das alles vor einer schwarzen Wand, die nicht einmal im Nehmen aktiv ist.
Das alles gehört zum Leben einer Bloggerin, wenn sie ist wie ich.
Liebe Leute, je länger ich hier schreibend denke, desto klarer wird mir: Das wars.
Ich stelle mir gerade vor, wie es ist, heute das letzte Mal in die Bloggtasten zu hauen.
Ich gehe in die Zukunft und bleibe stehen am 29.06.
Was spüre ich?
Erleichterung.
Erleichterung darüber, dass ich mir nichts mehr einfallen lassen muss.
Erleichterung darüber, dass ich nicht krampfhaft kreativ sein muss.
Und ruhige Freude.
Zeit für einen feinen Ratscher und einen guten Kaffee 😊!
Ich drehe mich um. Mein Herz sagt Tschau und mein Blick lässt die alte Welt, die, die Finnland nicht kennt und aber trotzdem irgendwie dabeisein möchte, hinter mir. Mein Blick wendet sich dem Hier und Jetzt zu. Und schaut auf. Und sieht die Zukunft. Die Zukunft hier. Oder auch dort. Oder - wer weiß das schon so genau?
Oh ja. Das mag ich!
Na gut.
Dieser eine Schritt muss noch getan werden.
Liebe Leute:
Es war mir eine Freude.
Es war mir eine Ehre.
Mit einem Lachen und einer Leichtigkeit schwenke ich die weiße Flagge.
Ich winke euch noch einmal.
Danke für euer Interesse!
Måchts es guat und schauts guat auf enk!
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
PS: Meine E-Mail-Adresse und Telefonnummer habts ja 😃!
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| Endlich! |
