Freitag, 31. Januar 2020

31.01.20 - Achtung!


Was tun, wenn man Missstände aufzeigt und die Verantwortlichen und die Verantwortlichen der Verantwortlichen haben nur ein Achselzucken zur Antwort?

Was tun, wenn man von einem toten Politiker der übelsten Sorte im Traum aufgesucht und in tödlicher Mission verfolgt wird?

Was tun, wenn man einen Kaffee braucht und nur Gschlader findet?

Was tun, wenn Konsequenz Integritätsverletzung bedeutet?

Was tun, wenns kribbelt und wualt und man hat nichts als Wald und Eismeer um sich herum?

Was tun, wenn Sprachlosigkeit das einzig zur Verfügung stehende Kommunikationsmittel ist?

Was tun, wenn der Schmerz über den Tod als Faktum und über das Leid der Sterbenden im Besonderen derart an Größe gewinnt, dass an Schlaf nicht zu denken ist?

Was tun, wenn der Kopf sagt: "Wow, ja. Unbedingt! Volle super!" und der Körper: "Sicher nit!"

Was tun, wenn die Inkompetenz und die psychischen Probleme anderer das eigene Leben derart stark beeinflussen, dass ein freies und selbstbestimmtes Leben verunmöglicht werden soll?

Was tun, wenn man soll und es geht nicht?

Das Leben fühlt sich, wie man den oben formulierten Fragen vielleicht entnehmen kann, momentan durchaus wackelig an.
Doch wir haben Glück. Wir haben uns und unser Daheim.
Zuversicht und Ratlosigkeit, Spaß und Wut, Lust und Fassungslosigkeit wechseln sich ab.
Der Sturm bläst.
Wir halten uns aufrecht.
Wir gehen arbeiten.
Halten fest an unseren Routinen.
Und mit dem Wissen, dass alles vorbeigeht, gemma einfach weiter, Schritt für Schritt.

- o -

Tage sind vergangen.
Und mir fällt eine Geschichte ein, die einmal jemand erzählt hat, von dem ich viel gelernt habe.
Sie erzählt vom Umgang mit schwierigen Situationen und lautet folgender Maßen:

Wir denken uns nach Afrika. Dort sehen wir eine Herde Antilopen. Sie grast, spaziert herum, bis sie den Löwen wittert, der ihr auf der Spur ist. Die Tiere springen und laufen aufgeschreckt davon. Trotz aller Panik ziemlich geordnet, doch eine Antilopenkuh kann nicht mithalten. Sie ist langsamer als die anderen. Der Löwe hat ein leichtes Spiel. Er springt auf sie, rammt ihr seine Tatzen ins Genick, und bringt sie zu Fall. Nach ein paar verzweifelten Zuckern und Sekunden der Todesangst ists vorbei. Sie ist tot, er hat sein Fressen.
Die Herde läuft weiter. Sie kommt zu einem Fluss.
Die Tiere merken, dass der Löwe von ihnen abgelassen hat. Und gleichzeitig stellen sie fest, dass es eine von ihnen erwischt hat.
Was tun sie?
Sie schütteln sich am ganzen Körper.
Sie trinken Wasser.
Und sie gehen weiter.
Der Puls ist wieder auf normales Niveau gesunken.
Sie widmen sich dem, was ihre Aufmerksamkeit abverlangt.

Hier sehen wir ganz deutlich den Unterschied zwischen denen, die beängstigende Situationen, verletzende Aussagen oder Probleme im Kopf immer wieder wiederholen und damit ständig in dieser Ausnahmesituation verweilen, obwohl sie schon längst vorbei ist, und jenen, die in der Situation handeln, und wenn sie vorbei ist, sich dem Leben zuwenden.

Ich wollte mit der Geschichte veranschaulichen, wo wir uns gerade befinden.
Wir sind in der Schüttelphase.
Keiner ist gestorben.
Alles ist gut ausgegangen.
Aber schütteln müss' ma uns trotzdem noch fest.

- o -

Der Kindergarten wollte unter dem Deckmantel "barnens bästa", also "das Beste für das Kind", Max in eine Schublade pressen, wo er ganz klar nicht hineingehört und was ihm seine Zukunft zerstört hätte.
Ist der Titel ein guter, also wie zB "barnens bästa", oder "Tradition und Werte", kann man sich sehr viel erlauben, weil ja grundsätzlich niemand etwas dagegen haben kann. Grenzen werden missachtet, Tatsachen verdreht, Behauptungen aufgestellt, Mängel entdeckt und Maßnahmen entwickelt, und ehe man sichs versieht, findet man sich in Absurdistan wieder und stellt mit erschrecken fest: Das wars. Der Zug ist abgefahren.
Und das wird auch tatsächlich oft so gehandhabt. Und zwar überall dort, wo sich Menschen in einer Machtposition befinden. In sozialen Einrichtungen, in der Politik, in Schulen und Kindergärten, in Familien, in Firmen,...

Es gibt viel Gutes.
Und es gibt das, wo ich nur sagen kann:

Seid auf der Hut!
Und nehmt euch selber ernst!
Und steht für euch und für andere ein!

Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit


Und manchmal hilft nur mehr ein Loch:




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