Wenn du nicht nach außen gehen kannst, gehe nach innen.
Und ich schließe die Augen.
Und ich schlafe ein.
Und ich sehe dich.
Dich, den ich schon mindestens 15 Jahre nicht mehr gesehen habe. Weder im Traum noch in dem Leben, das wir Wirklichkeit nennen. So wie damals war unser Treffen auch jetzt wieder sexuell sehr aufgeladen. Daran haben die Jahre nichts geändert. Wir öffnen die Tür zu unserem Raum, und als wir wieder herauskommen, verabschieden wir uns mit einem Gefühl der Dankbarkeit und Freude.
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schlafe ein.
Und ich sehe dich.
Dich, der niemanden unberührt gelassen hat. Aufgrund deiner Emotionalität, deiner stark ausgeprägten Beziehungsantennen und deiner Behinderung war und vermutlich auch ist dein Leben kein Honigschlecken. Viele hatten sich bereits von dir abgewandt, bevor sie dich überhaupt kennenlernten. Damals, als wir uns trafen, war ich sofort tief berührt. Und auch heute noch, wenn wir uns im Traum begegnen, was immer wieder mal vorkommt, ist es sehr vertraut, sehr normal, so, als sei ich nie nach Finnland gezogen und so, als würden wir uns uns immer noch 5 Tage die Woche mehrere Stunden um die Ohren schlagen.
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schlafe ein.
Und ich sehe dich.
Dich, die Heimat war und ist. Dich, deren Verlust mich Gefühlskapriolen schlagen lässt, auffi und oi und rundummadum, mich derschlagen liegen lässt und mich wieder aufreißt und weiter wirbeln lässt, ohne ein Aussicht auf Ende. Jedes Mal, wenn wir uns im Traum treffen, weiß ich, dass du tot bist. Ich bin dankbar für jede Begegnung mit dir. Für jedes Lachen. Für jede Träne.
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schlafe ein.
Und ich sehe dich.
Dich, die meine Wegbegleiterin war über Jahrzehnte. Du warst die, die mich laut denken ließ, die mir die Einsamkeit nahm und die mir immer als erste in den Sinn kam, wenn ich etwas erlebt hatte, das geteilt werden wollte. Das war, bevor du dich weggestohlen hast. Heute treffen wir uns manchmal im Traumleben. Ich spüre immer Neugierde, bin immer auch zögernd, und jedes Mal bin ich froh, wenn ich dich und uns laut lachen höre.
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schlafe ein.
Und ich befinde mich in einem Raum, in dem ich noch nie war. Mit Menschen, die ich nicht kenne. Es gehen hier eigenartige Dinge vor sich, und ich brauche eine Weile, bis ich erkenne, dass es die Zeit ist, die nicht ihren gewohnten Lauf in Richtung Zukunft verfolgt. Die Zeit dreht sich zurück. Und gleichzeitig zur Seite. Die Menschen verwandeln sich sehr, sehr langsam. Werden sie im echten Leben jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ein bisschen, ein ganz kleines bisschen älter, was man als Außenstehende ja immer nur schubweise wahrnimmt, so werden sie hier - jünger. Aber das stimmt nicht ganz. Sie werden vielmehr - essentieller. Ihr wahres Sein stülpt sich immer mehr und mehr nach außen. Dementsprechend altern sie auch nicht. Sie werden alterslos. Denn die Essenz, manche nennen es vielleicht die Seele, kennt keine Zeit. Sie kennt kein Alter. Sie ist. Die Menschen in meinem Traum gehen also nicht vor und nicht zurück in ihrer Zeitrechnung, sie gehen einen Schritt zur Seite. Runter vom Zeitstrahl. Hinein in eine andere Dimension. Ich auch?
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schlafe ein.
Und du erzählst mir von deinen Schwierigkeiten in deiner Partnerschaft. Nicht, dass wir uns im Wachzustand nahe wären. Wir kennen uns, laufen uns manchmal über den Weg. Nicht mehr, nicht weniger. Du erzählst mir also in unserer Traumbegegnung, wie es dir geht, und ich erzähle dir von meiner Familiencoachausbildung und dass ich auf der Suche nach KundInnen bin, die sich mir im Zuge meiner Ausbildung als Testpersonen kostenlos zur Verfügung stellen (was übrigens im wachen Leben auch der Fall ist und falls du interessiert bist, nimm bitte gerne Kontakt auf! 😊). Und dass ich mich gerne zur Verfügung stellen würde, falls du denkst, dass... Du stimmst sofort zu.
Ich wache auf.
Ich lebe.
Ich schließe meine Augen.
Ich spüre die enge Verbindung.
Mit jenen, die waren und sind.
Mit jenen, die mich irgendwann in meinem Leben berührt haben.
Ich spüre die enge Verbindung mit meiner Vergangenheit.
Mit meiner Zukunft.
Mit meinen Träumen.
Mit meiner Essenz.
Nein.
Ich muss nicht einmal schlafen, um dich zu spüren.
Ich muss nur die Augen schließen.
Dich in meinem Inneren zu mir holen.
Oder zu dir gehen.
Dich spüren.
Hören.
Riechen.
Wie geht's dir?
Ja. Ich weiß.
Es ist leicht.
Wenn ich es nur wagte...
Ich schließe mit der Weisheit eines 4-Jährigen:
"Koana måg jeda eppas." (Übersetzung: Es ist nie so, dass alle dasselbe mögen. Aber es ist so, dass jeder etwas eigenes mag.)
Alles, alles Gute für euch!
Pfiat enk und Hej då -
d' Birgit
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| auch so kann Isolation ausschauen |
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| oder so |
Schauts fest auf euch!!!


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