Joe Rappold ist tot. Gerade gelesen. Gerade berührt. Er war einer von denen, die mich eine bestimmte Phase meines Lebens begleitet und wohl auch in irgendeiner Weise beeinflusst haben. In diesem Falle ohne sein Wissen. Wer weiss, ob die BH-Zeit in Kitzbühel ebenso glimpflich verlaufen wäre, hätte es mein morgendliches Ö3-Wecker-Ritual mit Harry und Pepi und Kipferl und Automatenkaffee nicht gegeben. Ich mag Tode nicht.
Finnischer Sommer: Moskitos zum Saufuattan, eine Temperatur, die nur äusserst selten und widerwillig über die +20-Grad-Marke klettert, ja, und ganz wunderbare Dinge wie endlos helle Tage (Nächte im Sinne von schwarzer Zeit gibts nit mehr), schwimmen grad mal um die Ecke im Meer, Radltouristen, Grillabende, Ausflüge zum Sommerhaus und Cafes, die plötzlich alle offen sind und Massen von Menschen anziehen. Gestern am Abend war ich in Vaasa. Und ich frage mich immer noch ganz verwundert: Wo kommen diese Leute plötzlich alle her??? So viel Leben auf den Strassen und in der Natur. Es tut so gut! Sauge es in mich auf wie ein Schwamm. Kann nicht genug davon bekommen. Weil, der Winter steht schon vor der Tür irgendwie (argwöhnt eine ängstliche Stimme in meinem Hinterkopf...).
Und trotz allem: Das Leben wird schwerer. Oder besser gesagt mein Körper. Die Schwangerschaft fordert Tribute. Die Nächte sind meist schlaflos, was mich dazu veranlasst, Dinge zu tun wie Kuchen backen, lesen, Wäsche aufhängen, schreiben, kurz: alles, was man drinnen tun kann (draussen warten die Killer-Moskitos...), mein Rücken verweigert länger andauerndes Sitzen wie z.B. längere Autofahrten oder ein ausgiebiges Cafehaustreffen mit einer lieben Freundin, indem er sich mit einem stechenden Schmerz bemerkbar macht, und die Füsse, die führen ein Eigenleben und fordern von mir, mich ihnen zu beugen. Dh. ich muss aktiv sein, wenn sie es von mir verlangen und ich darf endlich schlafen, wenn sie grad nix besseres im Sinn haben. Das ist a bissl anstrengend.
Aber dann, dann spür ich unsern kleinen Menschen in mir, wie er sich regt und bewegt und wie er schon reagiert auf die verschiedenen Dinge, die im Aussen passieren. Und ich spüre, wie er eigentlich schon total da und dabei ist. Und dann weiss ich wieder wofür. Es ist schon ok. Viel Schlaf wird im Grunde überbewertet. Und wenn das Bewegen a bissi schwieriger wird, ja, dann gehts eben drum, andere Dinge zu finden und zu tun.
Es regnet. Ich spür Zufriedenheit und Zuversicht.
Heute am Abend gemma in die Sauna (FR ist Saunatag). Und dann hau ma uns bissi mit Birkenzweigen und lassen den Schweiss in vollen Zügen rinnen.
Morgen gibts ein Sommerfest hier bei uns. Mit vielen lieben Menschen, wie ich hoffe.
Und nächste Woche bekommen wir wieder Besuch aus Tirol.
La vita é bella! Das Leben ist schön!
In diesem Sinne, liebe Leute, möge der Sommer euch umarmen :-)!
Pfiatenk und Hej då -
d'Birgit
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