Nach einem Gespräch mit meiner Schwangerschaftsberatungskrankenschwester (ich sage aus Faulheitsgründen immer Hebamme, wenn ich von ihr spreche, obwohl sie keine ist) fühl ich mich nun reichlich und ordentlich aufgeklärt.
Hier ein paar Kostproben. Vor der Tür des Krankenhauses gibt es leider keinen Parkplatz. D.h. Kalle liefert mich am Eingang ab und macht sich dann auf Parkplatzsuche. Je nachdem, wie fortgeschritten ich dann mit meinen Wehen bin, warte ich auf ihn oder gebäre inzwischen. Mal schauen. Aber abgesehen davon gibts wirklich alles. Es gibt einen eigenen Raum nur für uns, eine Sauna, einen Hocker mit Loch, eine Badewanne, einen CD-Player,... Man wird grad am Anfang so viel und oft wie möglich allein gelassen, um die Intimität dieses Prozesses nicht zu stören. Und... und... und...
Und so oder so ähnlich red ich mit den Menschen. Ich erzähle meiner Nachbarin, wie genial ich das finde. Ich beantworte brav die Fragen von Eva, meiner Schwangerschaftsberatungskrankenschwester. Ich erzähle im Skype, dass ich das System hier sehr schätze (ohne das österreichische wirklich zu kennen). Ich rede mit anderen bald werdenden oder schon Müttern hier oder dort über ihre und meine Erfahrungen. Und langsam merke ich, dass dieses Thema mich müde macht. Eigentlich mag ich gar nicht mehr davon sprechen. Es ist, als würde ich Luft aus dem Luftballon lassen. Ich rede von etwas, wovon ich keine Ahnung habe. Das ergibt wenig Sinn. Und bringen tuts auch nix.
Also: Themenwechsel!
Auszeittag. Heute. Hier und jetzt. Unser erster. Wir haben festgestellt, dass wir eine Auszeit möchten. Ich von ihm und er von mir. Das ist in keinster Weise verwunderlich, zumal wir jetzt im Sommer nahezu 24 Stunden am Tag zusammen picken. Und falls nicht, dann erklären wir uns lang und breit, um den/die andere/n ja nicht zu verletzen. Das kann nicht gsund sein! Schon gar nicht für Menschen, wie er und ich das sind. Also: Auszeit.
Gestern vereinbart. Und heute mit am breiten Grinser aufgewacht. Beide. Gefreut haben wir uns aufs Frühstück wie schon lange nicht mehr. Und nachher haben wir uns verabschiedet in unseren Tag hinein. Ich war fast a bissl aufgeregt. Einen ganzen Tag zur freien Verfügung, zur freien Gestaltung. Nur ich mit mir ganz allein (und dem Kleinen natürlich...). Uiuiui :-).
Erst mal bin ich ins Kaffeehaus gegangen, dorthin, wo ich vor 4 Jahren mit meinem Radl eine Pause gemacht hab auf dem Weg zum Kalle. Hab ihn noch nicht gekannt. Aber gefreut hab ich mich schon auf ihn. Besser gesagt auf seine Sauna. Ich war mit einer Freundin von ihm unterwegs, die ich zufällig kennengelernt habe und die mir gern diesen ihren Freund mit Sauna im Wald vorstellen wollte. Und da sassen wir damals, sie und ich, und ich war sooo glücklich. Genau das hab ich mir von meiner Radlreise gewünscht. Nämlich Menschen kennenzulernen, Zeit mit ihnen zu verbringen, und vielleicht sogar einen Einblick zu bekommen, wie sie leben.
War also in "meinem" Kaffeehaus. Bin draussen gesessen. Blick Richtung Meer. Hab den Herbst anklopfen gesehen, indem er die Vögel, die sich bald gen Süden verabschieden, sich auf den Drahtseilen versammeln und die Blätter an vereinzelten Bäumen bereits gelb werden lässt. Ich hab festgestellt, ich hab keine (oder sagen wir: kaum) Angst mehr vor dem Herbst oder dem Winter und der damit einhergehenden Dunkelheit und Kälte. Was auch immer kommt und wie auch immer es wird, es wird sowieso total anders, wie ich mir das jetzt ausmalen kann.
War also in "meinem" Kaffeehaus. Bin draussen gesessen. Blick Richtung Meer. Hab den Herbst anklopfen gesehen, indem er die Vögel, die sich bald gen Süden verabschieden, sich auf den Drahtseilen versammeln und die Blätter an vereinzelten Bäumen bereits gelb werden lässt. Ich hab festgestellt, ich hab keine (oder sagen wir: kaum) Angst mehr vor dem Herbst oder dem Winter und der damit einhergehenden Dunkelheit und Kälte. Was auch immer kommt und wie auch immer es wird, es wird sowieso total anders, wie ich mir das jetzt ausmalen kann.
Nach am angemessenen Zeitl des Sinnierens bin ich heim. Keiner war da und ich kam mir fast vor wie in alten Zeiten, wo ich noch allein gewohnt hab. Hab die Beatles eingeschaltet, mir was zum Essen gemacht, und mich damit auf die Terrasse gesetzt - mit einer Zeitung in der Hand und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Volle fein!
Und dann - Zeit. Endlos Zeit, um zu schauen, was es grad braucht. Und das dann auch zu tun. Ohne mich abzusprechen, ohne zu schauen, ob mein Bedürfnis sich deckt oder komfort geht mit seinem, ohne Zeitlimit, ganz einfach so, als gäbs nur mich.
Nach dem Backen eines Apfelstrudels, einer Schwimmrunde und einigen Stunden dort am Meer in der Sonne mit Lesen, Dösen, Ratschen mit dem Kleinen, finnisch-wortkargen Begegnungen und Bloggen kommt mir nun langsam vor: Na, eigentlich...
Kalle kocht. Bald ist er fertig. Und dann essen wir zusammen. Es tut gut, nach einem Tag Ich wieder zurückkehren zu können ins Wir. Und es ist schön, sich darauf zu freuen :-).
Schöne Sommertage, liebe Leute!
Pfiat enk und Hej då -
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