Montag, 31. August 2015

31.08.15 - NOCH, DANN und JETZT




 
So schaut mein Schwedischlernen aus. So viel fein, das Leben :-). In "meinem" Cafehaus, da sitz ich und les ich. Auf Schwedisch. Unterstützt werd ich dabei von meinem Wörterbuch, einem Kaffee, Schokolade, und -
 
- von den Schafln,
 

 
die da einfach vor sich hingrasen und so tun, als ob nix wär. Aber da haben sie schon recht. Es ist ja auch wirklich nichts. Ausser, dass der Sommer nun offiziell vorbei ist und der Herbst in seinen Startlöchern scharrt. Und dass ich einen kugelrunden Bauch hab und jederzeit bereit bin.
 
Zum Sommer, der für beendet erklärt wurde und zum Herbst, der's nach ersten zögerlichen Versuchen nicht erwarten kann, endlich voll auszubrechen:
Hier in Finnland, um genau zu sein, hier an der Westküste bis rauf nach Kokkola, gibts das Villaavsluntningsfest (nur, dass es in Kokkola anders heisst). Da wird am letzten Augustwochenende mit Raketen, Sauna und reichlich Alkohol gefeiert, dass die Sommerhauszeit beendet ist. Dh., dass jeder, der ein Sommerhaus hat, also eh so gut wie jeder, zu seinem Sommerhaus fährt und dort mit Freunden und Familie den Sommer offiziell für beendet erklärt.
Das hier war unser Villaavslutning:
 
 

 

Nicht am Sommerhaus, dafür an unserm Strand. Mit völlig unerwarteter Gesellschaft aus Djupö, unserem Nachbar"dorf". Ums Feuer sitzend, mit netten Menschen, die mit Alkohol das Leben hochleben lassen, mit Lachen und Ratschen und gegenseitigem Kennenlernen - das hat mir total gut getan.
Mit diesem Abend bin ich wieder einen Schritt weiter gekommen in meinem Projekt "Hier als mein neues Daheim".
 
Zu meinem kugelrunden Bauch:
Ich habe eine neue Zeitrechnung. Sie heisst NOCH und DANN.
NOCH mach ich dies und jenes.
DANN ist unser Kleiner da und wir schauen mal.
DANN kann aber auch die Geburt selber sein. Je nach Inhalt des Gedachten oder Gesprochenen.
 
Es ist ein Warten, das ich grad erleb. Ich war nie gut im Warten. Hat mich meist nervös, unzufrieden, unrund, letschat und grantig gemacht.
Dieses Warten hier ist nun ein anderes. Bin meist NOCH sehr im Vertrauen und in der Gelassenheit. Auch Geniessen (so wie heute) oder Missmut über den Schmerz und meine immer wiederkehrende Bewegungsschwierigkeit sowie Ängste und Unsicherheiten tauchen auf. Und so manches Mal - nämlich immer öfter - mischt sich Freude übers jetzt und auf DANN darunter. All diese Gefühle ergeben diese wunderbare, noch nie erlebte momentane Mixtur meiner Befindlichkeit und somit meines Lebens. Und trotz all dieser NOCHS und DANNS bin ich sehr im JETZT. Weil das das einzige ist, was ich habe und was mir geblieben ist.
 
Und eigentlich, liebe Leute - sollte es nicht immer so sein? Egal ob schwanger oder nicht, ob kurz vor der Geburt oder ganz woanders, das JETZT ist doch immer das einzige, was wir haben. Und im Grunde - wärs nicht immer gut, gerichtet zu sein? Es kann immer, jeden Moment, anders werden, von tschagg auf tatsch, von jetzt auf dann.
Wenn mich die Schwangerschaft etwas gelehrt hat, dann ist es das: Besser und immer mehr im JETZT zu verweilen. Und im JETZT die Dinge anzugehen, die JETZT gerade vom Leben angefragt sind (wie z.B. zu atmen, um dem Schmerz zu begegnen, die Augen zu schliessen und dabei zu sein, wenn der Kleine sich über Bewegungen mitteilt, beim Radln langsamer werden, wenns bergauf geht,... was auch immer). Alles andere ist nämlich komplett für d'Fisch.
 
Und so wart ich weiter. Und geh einfach den nächsten Schritt in meinem Leben. Nämlich zum Essen :-).
 
Habts es gut, liebe Leute!
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
 
 
 
 
 
 
 


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