Sonntag, 13. März 2016

13.03.16 - Geistige Anwandlungen und Luftsprünge


Mein Geist schlägt Kapriolen:
 
  • ein gemütliches Tiroler Cafehaus in Maxmo eröffnen, in den Räumlichkeiten der zugesperrten Pizzeria, wo's richtigen Kaffee, guten Kuchen und eine feine Atmosphäre gibt - das ist die totale Marktlücke in Finnland;
  • Beeren pflücken und an die Marmelademacher verkaufen;
  • mit Darbo, die ja finnische Preiselbeeren verwenden für ihre Säfte und Marmeladen, Business machen;
  • in Selbstständigkeit unterstützend für alte Menschen, die daheim wohnen, tätig werden;
  • als Übersetzerin fungieren - für Firmen, Filme, Autoren; oder so...
  • im Flüchtlingsheim in Oravais mitarbeiten und somit meinen Teil zur europaweiten Flüchtlingskrise beitragen;
  • mein eigenes Massagestudio bei uns daheim eröffnen;
  • meine jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung nutzen und eine Recherche auf die Haxn stellen, von der beide Länder, also Österreich und Finnland, profitieren können;
  • unser Gästehaus für viel Geld an Touristen vermieten mit dem Hinweis "Authentisches Leben in Finnland erfahren" (es gibt kein Klo und keine Dusche im Häusl, dafür Plumpsklo und Sauna)
 
Und so springt er und tanzt die wunderlichsten Stücke, und ich schau zu. Zweifel und Zaghaftigkeit wechseln sich ab mit Tollkühnheit, Optimismus und kribbeliger Freude.
 
Es gab eine Zeit, da habe ich mir manchmal gedacht, wie froh ich doch bin, dass ich nie mehr in meinem Leben diesen Bewerbungsprozess durchlaufen muss, zumal ich doch genau die Arbeit verrichten konnte, die ich wollte und in die ich meine Fähigkeiten gut einbringen konnte.
 
Es ist erstaunlich herausfordernd für mein Innenleben, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Mit Null Bonuspunkten, mit nichts, worauf ich aufbauen kann. Mit nichts als mit grossem sprachlichen Manko. Ich weiss das, obwohl mir die Menschen hier durchaus anderes versichern.
 
Die Details sind ja im Endeffekt immer die Spielverderber bzw. die, die neben all den Fantastereien Ernsthaftigkeit einfordern, wirkliches Hinschauen und Durchdenken. So weit bin ich noch gar nicht.
 
Denn, neben all diesen Ideen und Gedankensprüngen stellt sich ja die Hauptfrage: Geht das überhaupt schon? Lässt sich mein Arbeitsleben so weit mit Kalles Arbeitsleben vereinbaren, dass Max weiterhin gut versorgt ist? Oder erfordert mein Schritt in die Arbeitswelt zugleich Max' Schritt in die Kindergartenwelt? Und wenn ja, will ich, dass er bereits mit einem Jahr eintritt in dieses enge Korsett der Betreuung? Ist das gut für Max und für uns? Und - können wir uns solche Gedanken finanziell leisten?
 
Ich habe eine Schonfrist bekommen für den Start in mein neues Leben in diesem neuen Land. Allmählich neigt sich diese dem Ende zu und - ja,... Und?
 
Schau ma mal...
 
Bis dahin, liebe Leute, habs es fein, lassts euren Geist tanzen und euer Herz lachen!
 
Alles Liebe, Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
 
Möge ich den weiten Horizont und das mir Wichtigste nie aus den Augen verlieren!
 
 


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