In meinem früheren Leben, als ich noch in Tirol gelebt habe, da war die Einteilung der Jahreszeiten ganz eindeutig für mich.
Kalt + Schnee = WinterKalt/Warm + kein Schnee = Frühling
Warm/Heiss = Sommer
Schon frischer = Herbst
Kalt = Winter
Das hat sich mit meinem Umzug verändert.
Es ist nicht mehr die Temperatur, die die Jahreszeiten ausmacht. Es ist das Licht.
Ich zeig euch mal was.
Das hab ich heute aufgenommen:
Sonnenaufgang: 05:43 Uhr
Sonnenuntergang: 21:20 Uhr
Und wie wir alle wissen, ist der Sonnenaufgang nur der Höhepunkt eines lange andauernden Prozesses des Hellwerdens.
Und wenn sie untergegangen ist, so ists noch lange nicht dunkel.
Der Blick hebt sich. Die Atmung wird weiter. Und das Herz macht einen Freudensprung, wenn man zum ersten Mal kein künstliches Licht mehr braucht zum Schlafengehen.
Aber nicht nur mir gehts so. Ich war heute eine Runde draussen, und was ich da alles entdeckt habe...
Ein Lastwagen macht sich allein auf den Weg nach irgendwo.
Die Sonne zeichnet vergnügt ihre Lichtspiele an die Wand der ewig dunklen Garage und zeigt, dass Grösse immer irgendwie relativ ist.
Die Vögel brauchen uns nicht mehr, weil der Schnee endlich seinen Hut gezogen hat.
Und sogar das Schaukelpferd, es hört den Ruf der Wildnis und will am liebsten einfach nur AUSSI!!!
Das alles ist nett und freut mich sehr.
Und trotzdem geht das ganz normale Leben einfach weiter.
Ich habe eine weitere Absage eines Buchverlages zu verdauen und ich schlage mich mit auf schwedisch geschriebener (sic!) menschlich-biologischer Fachliteratur herum, um die Ende Mai stattfindende Aufnahmeprüfung zur Massageausbildung zu bestehen. Ganz nebenbei bin ich sehr - zumindest gedanklich - mit unserem Projekt des kommenden Sommers beschäftigt. Da hat dieses Übersetzungsexperiment, das wir vielleicht in Bälde angehen werden, grad gar nicht so viel Gewicht. Vorbereitungsarbeiten für den Deutschkurs? Unterrichten? Blog? Kochen, Einkaufen, Aufräumen? Ja, eh klar.
Hm. War da nicht noch was?
Ah ja, Max natürlich!
Max. Er ist der, für den ich gerne eine gute Mama sein will. Und er ist natürlich auch der, mit dem ich den Grossteil des Tages verbringe. Deshalb geschieht das meiste dann, wenn Kalle da ist und Zeit hat oder wenn er schläft.
Dieser Spagat zwischen Familie und Beruflichem bzw. Berufsähnlichem ist wahrscheinlich völlig normal.
Manchmal stressts mich.
Wenn das so ist, und vorausgesetzt, ich bemerke es, dann hilft es mir sehr, einen Schritt zurückzumachen und einfach nur zu schauen. Dann sehe ich eine Frau, die den Mann, der zu ihr passt, gefunden und mit ihm ein wunderbares Kind hat. Ich sehe eine Frau, die Raum und Möglichkeit hat, um berufliche Ideen zu spinnen und diese auszuprobieren, ohne Erfolgszwang, weil es nicht ums Überleben geht. Ich sehe eine Frau, die sich nicht den leichtesten Weg ausgesucht hat, die aber trotzdem (oder deswegen?) lacht, tanzt, liebt und geliebt wird und dann wieder den nächsten Schritt probiert, ohne zu wissen, was er bringt.
Schon ziemlich genial, oder?
Also, alles in Ordnung bei mir da ☺!
Schon ziemlich genial, oder?
Also, alles in Ordnung bei mir da ☺!
d'Birgit
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