Sonntag, 7. Februar 2016

07.02.16 - Veränderung auf Åland


Da machen wir uns also auf den Weg nach Åland.
 
Åland, das zu Finnland in einem Verhältnis steht wie Tirol zu Österreich.
Es ist ganz klar ein Teil davon, jedoch in erster Linie auf dem Papier.
Es gibt ein deutliches Bemühen um Abgrenzung vom grossen Ganzen.
Es gibt einen Stolz, ein Sohn/eine Tochter dieses Landes zu sein, der seinesgleichen sucht.
Der Landesname wird als Markenname verwendet und gelebt.
Und die eigenen Produkte und die Geschichte werden hoch und in Ehren gehalten.
 
Also, mir als Tirolerinnen ist das alles sehr vertraut. Es dünkt mich gar ein bisschen heimelig, wenn ich im Supermarkt mit geschwellter Brust Åland-Käse angepriesen sehe oder Äpfel aus Åland.
Und alles in allem finde ich dieses Gehabe "Wir sind Wir", hier wie dort, ziemlich niedlich.

Kalle ist die meiste Zeit beim Arbeiten, sodass Max und ich uns auf die Socken machen und die Gegend auf eigene Faust erkunden.
 
Und was wir alles entdeckt haben!

die Flaggen aus Åland, Finnland und Schweden (von links nach rechts)

den Berg von Mariehamn

Was macht einen Friseur ökologisch???

sooo nette, kleine Gschäftln :-)

a Cafehäusl von innen

der Strand - Blick nach rechts...

... und geradeaus; das Meer ist zugefroren und Viking Line ist unsere Fähre

So sind wir lustgewandelt, mein Kleiner und ich. Von hier nach dort. Und wieder zurück.
Die Ansprüche an den Urlaub haben sich total verändert, seit es den Max gibt. Da ists auf einmal total wichtig, dass es gute Wege zum Spazierengehen gibt (was war das Spazierengehen langweilig früher...!). Oder dass es zu dem Stock unseres Hotelzimmers einen Lift gibt, der gross und v.a. breit genug für den Kinderwagen ist (Hotelzimmer???). Oder dass es ein Lebensmittelgeschäft in Reichweite gibt. Oder ein nettes Cafehaus mit genug Platz für den Kinderwagen.
 
Das Leben, die Einstellung dazu, die Wünsche, die Ansichten, das Selbstbild, alles ändert sich ständig. Nichts bleibt, wie es ist. Nichts ist konstant.
 
Die alleinige Frage ist: Wie gehe ich mit Veränderung um?
Wehre ich mich?
Gehe ich mit?
 
Dieses "Wir sind Wir" lässt keine Veränderung zu. Es macht verschlossen. Es lässt einen verbissen klammern an seine vermeintlichen Besitztümer, es macht ängstlich und unfreundlich bis hin zu aggressiv. Und nicht zuletzt unglücklich. Das, was man verzweifelt versucht, festzuhalten, ist Illusion. Und nichts als diese. Weil nichts bleibt. Weil sich immer alles verändert. Manchmal langsam und unmerklich, manchmal auf einen Schlag. Und immer mit Bestimmtheit. Alles, was wir dabei tun können, ist mitgehen. Im Fluss bleiben. Mutig und aktiv gehen. In das Leben. Weil dieses einfach weitergeht. Auch ohne uns und unser aktives Zutun. Entweder wir gehen mit. Oder es geht mit uns.

der Blick aus der Kabine

Das ist auf dem Weg heim.
Es ist schön, wieder heimzukommen. Es ist schön, wo hinzugehören. Und es ist schön, dass die Veränderung manchmal so langsam vonstatten geht, dass man es nicht merkt.

Grüsse aus Finnland!

Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit

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