Ausm Haus aussi, iwa d'Stross ummi, durchn Obst- und Gemüsegortn durch und nochand steht ma genau do:
Der Winter hat uns fest im Griff. Die Welt da draussen ist gefroren und mit Schnee bedeckt.
Farben haben sich verabschiedet. Stattdessen drängen sich Weiss, Grau und Schwarz ins Auge. Und Gelb, wenn die Sonne untergeht.
Wenn ein Auto an dir vorbeifährt, hüllt es dich aufgrund der seit Herbst vorzufindenden Schneefahrbahn in eine dichte Wolke aus winzigen Schneekristallen. Bin ich mit Max unterwegs und kommt ein LKW, dann krieg ich Herzrasen.
Alte Damen und Herren (und Kalle...) bedienen sich ihres Sparkstöttings, um von A nach B zu gelangen.
Die coole Jugend hingegen nimmt ihre Schidoos, um sich bei einer Tankstelle - oder noch besser - mitten im Nirgendwo zu treffen, mit Bier und Zigaretten, und um zu debattieren, was coole Jungs eben zu debattieren haben.
Unsere Spaziergänge führen uns immer wieder mal aufs Meer. Die Faszination darüber, AUF dem Meer zu sein, wird sich wohl nie verflüchtigen.
Das ist es, was ich sehe, wenn ich von oben auf diese unsere kleine Lövsund-Maxmo-Welt schaue.
Die Sehnsucht, mich einzuigeln und mich zusammen mit meinen beiden Lieblingsmännern der kuschelig-knisternden Holzofenwärme hinzugeben und die grosse, weite, kalte Welt einfach auszusperren, ist gross. Aber das geht leider nicht.
Das Leben ringt uns und mir ständig Entscheidungen ab.
Die Baumittellagerung, die Innenwände, die Steckdosen und Millionen anderer Klein- und Grossigkeiten für unseren Turm wollen überlegt werden.
Die Frage nach meiner finanziellen und damit beruflichen Zukunft macht kaum Pause. Ideen kommen, wechseln sich ab mit anderen, verschwinden wieder,...
Max' rasante Entwicklung lässt uns staunend immer wieder aufs Neue längst getroffene Entscheidungen revidieren und neu treffen.
Und dann öffne ich die Nachrichtenseite im Internet.
Ich lese:
Viola Beach - eine junge englische Band, hatte vor ein paar Wochen ihren ersten Auftritt ausserhalb Englands, nämlich in Schweden. Ganz stolz waren sie, wie ihrer fb-Seite zu entnehmen ist. Nach dem Konzert wollten sie zum Flughafen fahren. Es war dunkel. Und die Brücke, die sich je nach Bedarf öffnet oder schliesst, war offen, als sie trotz Warnlichter ohne zu bremsen auf die Brücke gefahren und 25 m abgestürzt sind. Alle tot. Zack. Aus.
Ich nehme die hiesige Zeitung, Vasa Bladet, um mein Schwedisch aufzubessern.
Ich lese:
Drei Männer (das Alter fügt man in finnischen Nachrichten nicht bei). Zwei von ihnen sind auf einer Insel, der andere auf einer anderen. Alle bei ihrem Sommerhaus. Sie vereinbaren ein Treffen. Die beiden steigen auf einen Schidoo und wollen zu dem anderen hinüber. Das Eis trägt nicht. Sie brechen ein. Ihre dicke Winterkleidung saugt das Wasser sofort auf. Die modernen selbstaufblasbaren Rettungswesten funktionieren nicht. Sie haben keine Chance.
Ich nehme die hiesige Zeitung, Vasa Bladet, um mein Schwedisch aufzubessern.
Ich lese:
Drei Männer (das Alter fügt man in finnischen Nachrichten nicht bei). Zwei von ihnen sind auf einer Insel, der andere auf einer anderen. Alle bei ihrem Sommerhaus. Sie vereinbaren ein Treffen. Die beiden steigen auf einen Schidoo und wollen zu dem anderen hinüber. Das Eis trägt nicht. Sie brechen ein. Ihre dicke Winterkleidung saugt das Wasser sofort auf. Die modernen selbstaufblasbaren Rettungswesten funktionieren nicht. Sie haben keine Chance.
Ich gehe mit einer Freundin ins Museum. Dort läuft eine Kunstausstellung.
Ein Video:
Man sieht den angezogenen Körper eines Mannes. Die Bildoberkante schneidet den Kopf weg. Es gibt einen diffusen Hintergrund, von dem man nicht weiss, ob er ein Bettlaken oder doch nur Himmel darstellen soll. Die Arme und die Beine schlänkern. Und obwohl ich es noch nie gesehen habe, weiss ich doch, dass es genau so ausschaut, wenn jemand einen Strick um den Hals hat und wo hängt, aber noch nicht tot ist.
Mein Schutzschild ist derzeit sehr dünn, und das, was draussen geschieht, also Schönes und Angenehmes genauso wie Beängstigendes oder Erschreckendes dringt ungefiltert bis in mein Innerstes vor und breitet sich dort aus.
Werden die Bilder und Geschichten zu viel, mutieren sie zur Reizüberflutung, dann meldet sich meine Sehnsucht.
Und ich möchte einfach nur eine Pause. So etwas wie ein Anhalten der Zeit. Nur ganz kurz. Ehrlich. Es braucht nit viel. Nur a bissl. Pause.
Bitte.
Bitte.
Leg ma no a Scheitl noch...
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
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