Finnland ist nicht Österreich. Und in Finnland gibts weder einen Heiligen Martin noch die Idee von einem Laternenumzug. Und, wenn ma uns ehrlich sind, man braucht diese Tradition absolut nicht, um eine glückliche Kindheit zu haben.
Owa es is jo so scheeeeen :-).
- K: Soll mas machen?
- I: Ma. I weiss nit. Es war so anstrengend heute Nachmittag.
- K: Ja, eh. Aber mach ma doch eine kleine Runde. Einfach rund ums Haus. Dann braucht Max nit einmal seinen Overall anziehen. Ich hol 2 Laternen. Dann brauch ma lei mehr Kerzen. Mach mas?
- I: Puh. Ok. Mach mas.
(Deine Phantasie möge diesem Dialog bitte eine schwedisch/englische Klangfarbe verleihen!)
Und so haben wirs gemacht. Die Laternen waren bald herinnen, die Kerzen schon da, und Max? Ja, der hat sich gar nicht mehr eingekriegt. Er ist in die Küche gelaufen. Und in die Stube. Und wieder in die Küche. Und in die Stube. Dabei hat er mit flatternden Armen und mit tiefer Inbrunst "ICH GEH MIT MEINER MEINER LATEEEEERNE" zum Besten gegeben, will heissen: gebrüllt.
Proberunde im Haus.
Die Mama als erste im Zug mit der grossen Laterne, dann Max, und als Schlusslicht der Papa mit der kleinen Laterne.
Stube, Bibliothek, ein 3-stimmiges ".... LATEEEERNE!".
Ok.
Bereit zum Auftritt.
Es war erstaunlich warm da draussen.
Und stockdunkel.
Nur die Lichter aus den Fenstern unserer Hauses haben uns die Treppen gezeigt.
Was ein Glück war. Weil der stockdunkle Himmel war für Max so beeindruckend, dass er mit begeistertem Blick nach oben und mit wachtelnden Armen einfach weitergelaufen ist, als wären niemals nie Stufen in dieser Welt erfunden worden.
Aufgefangen. Gesammelt. Stellung bezogen.
Und schon hat sich unser Martinszug in Bewegung gesetzt.
"...LATEEEEERNE!"
Am Sandkasten vorbei.
Hinterm Haus, der Waldgrenze folgend.
Was war das für ein Geräusch?
Egal.
"....LATEEEEERNE!"
"....LATEEEEERNE!"
Und auf die Wiese.
Max zog an mir vorbei.
Gab die Richtung vor.
Zum Büro-Haus.
Auf den Schotter.
Gästehaus.
".....LATEEEEERNE!"
An der Haustür waren gleichzeitig unsere Runde und die letzte Strophe beendet.
Und dann?
Dann simma dagestanden.
Einfach nur dagestanden.
Die ausgeblasenen Laternen haben geraucht.
Und wir haben geschaut.
Und gehört.
Max hat uns nach einer Weile der Stille erklärt, dass er jetzt nicht mit uns hineingehen wird.
Wir haben ihm erklärt, dass man ja drinnen sein muss, wenns dunkel ist.
Ja.
Dann war ma herinnen.
Und dann hamma getanzt.
Im Kreis.
Alle 3.
Und unser 3-stimmiges "....LATEEEERNE!" geschmettert, dass es nur so eine Freude war.
Und ich hätt fast zu weinen angefangen. "Nit vor Kummer, na vor Freud'." wie es Willi Resetarits so treffsicher zu singen pflegt.
Was für ein unfassbarerer Glückspilz ich doch bin!
In solchen Momenten frag ich mich: Gibts irgendjemanden auf der Welt, der auch nur annähernd so glücklich ist?
Liebe muss man lernen. Immer wieder. Jeden Tag aufs neue. Und man muss sich bewusst entscheiden dafür.
Das habe ich im Laufe unserer Beziehung gelernt.
Was hab ich nur früher mit all der Liebe in mir getan?
In solchen Momenten frag ich mich: Gibts irgendjemanden auf der Welt, der auch nur annähernd so glücklich ist?
Liebe muss man lernen. Immer wieder. Jeden Tag aufs neue. Und man muss sich bewusst entscheiden dafür.
Das habe ich im Laufe unserer Beziehung gelernt.
Was hab ich nur früher mit all der Liebe in mir getan?
Pfiat enk und Hej då -
Birgit
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