Sonntag, 25. März 2018

25.03.18 - Andere Welten und die Leichtigkeit des Seins


Als sie mich fragte, was ich denn dann so toll finde an Finnland, nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit von Tirol geschwärmt habe, kommts so schnell aus mir geschossen, dass ich selber verwundert bin:
Die Weite. Die Einsamkeit. Den fantastischen Umstand, über 2 Stunden spazieren gehen zu können ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Die Freiheit der Abgeschiedenheit, die es mit sich bringt, im Garten herumspringen und laut juchizn oder singen zu können, ohne dass sich ein einziger Mensch darum schert.

Gestern waren wir bei Kalle's Inn (ein anderer Kalle). So schauts dort aus:


Die kleinen Glaskabinen stehen am Strand. Man kann sie mieten für romantische Nächte oder so. Das, was was sich hier als Schnee zeigt, ist eigentlich mit Eis und Schnee bedecktes Wasser. 
Nein. Da war kein Mensch dort. Natürlich nicht. Wir sind ja in Finnland.

So schauts auf dem Meer aus:



Wenn wir solche Plätze aufsuchen, fühlt es sich an, als würden wir herauskatapultiert aus der Welt, so wie wir sie kennen. Es ist wie ein Eintauchen in etwas anderes, in etwas Größeres, Fantastischeres. Am Horizont trifft der Himmel auf das Meer. Blauweiß trifft auf Blauweiß. Das ist alles, was ich sehe. Diese Weite. Diese Leere. Diese Stille. Eine Welle von Ehrfurcht und Ahnung meiner eigenen Kleinheit fließt durch mich durch. 
Wäre dieser Platz in Tirol, wäre er voll von Menschen, top ausgerüstet mit atmungsaktiver Goretex-Outdoorbekleidung, 50-l-Rucksäcken, den unterschiedlichsten, neuesten und teuersten Sportgeräten; sportlich, gesund und aktiv würden sie den Kampf mit der Unendlichkeit aufnehmen.
Ich bin froh, dankbar und erleichtert. Ich schließe meine Augen, breite meine Arme aus, drehe mich ein bisschen um die eigenen Achse, spüre die Sonne, den Wind, die Kälte, und höre nichts als das Knirschen des Schnees unter unseren Füßen. 

Ich hab mir irgendwann einmal gedacht, dass ich gern Max' Perspektive einnehmen würde. Wie ist es, nicht höher zu reichen als bis zu den Hüften der Erwachsenen?
Ich hab ihm meinen Fotoapparat in die Hand gedrückt.
Das ist dabei herausgekommen:







Nicht, dass ich dadurch eine neue Erkenntnis gewonnen hätte.
Aber lustig wars.






Ich habe mich vor langer Zeit FÜR die Freude und das Glücklichsein entschieden und GEGEN die Schwermut. Es funktioniert!
"It's getting better all the time!" Das haben auch schon die Beatles gewusst :-).

Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit


2 Kommentare:

  1. okay :-)...hab mir vor vielen Jahren mal etwas auspendeln lassen und ein Ergebnis und gleichzeitig sehr weiser Rat ist mir in Erinnerung geblieben...also mir wurde dringend geraten ..."die Freude zu suchen".....:-) deine Zeilen haben mich daran erinnert, zurückkatapultiert in längst vergangene Zeiten....ich umarme dich....

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    1. Oh, wie schön :-)! Spätestens jetzt hat mein Blog einen Sinn! Ich umarme dich auch, liebe/r Anonym! Danke für deine Zeilen!

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