Am Flughafen. Auf dem Weg von da nach dort. Nicht mehr da. Und noch nicht dort. Bin in der Zwischenwelt gelandet. Hier am Flughafen Helsinki. Auf dem Weg nach Vaasa. Mitten in der Nacht. Menschen, die auf ihren unbequemen Stühlen warten. Andere Menschen, die gerade vom Flieger von irgendwoher ausgestiegen sind und hastig die Halle durchschreiten. Futuristisch anmutende Gebilde,
die Schlafkojen darstellen sollen, und die tatsächlich benutzt werden. Es ist ein vermutlich asiatisches Pärchen, das ganz verschlafen und zerzaust rausgekrochen kommt, während ich da warte.
Manchmal geniesse ich diese Stimmung. Es ist wie ein eigenes Universum. Mit eigenen Gesetzen, Gepflogenheiten, Gerüchen, Gefühlen,... Total abgeschottet und dicht gemacht von der Welt da draussen.
Da schau ich dann die Menschen an, und suche in ihren Gesichtern und ihrer Art, wie sie gehen und wie sie sich bewegen oder wie sie mit jemand anderem reden, die Antworten auf meine vielen Fragen. Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Wie geht's ihnen? Sind sie auch so müde wie ich? Haben sie Angst vorm Fliegen? Freuen sie sich auf das, was kommt? Sind sie traurig, dass das nicht mehr ist, was war? Was ist ihre Geschichte?
Aber manchmal, da ist mir das alles viel zu viel. Die vielen Menschen, die herumrennen und sich im Zweifelsfall anrempeln, nur um ja nicht ausweichen zu müssen, kein Platz im Cafe oder der Kaffee total überteuert, die Koffer, die herumgezogen werden und vermischt mit den Menschenstimmen einen unglaublichen Krawall verursachen, die Lautsprecherdurchsagen alle paar Sekunden, um irgendwelche zu spät kommenden Passagiere darüber zu informieren, dass sie nun bald zu spät sind - und das auf 3 Sprachen -, der Rucksack am Buckel, der minütlich schwerer wird - das zehrt. Dann verkrümel ich mich in mich selbst oder in ein Buch irgendwo im hinteren Teil des Flughafens, dort wo niemand mehr hinmuss. Reizreduktion ist dann alles, was ich brauch.
Und die Zeit geht umma. So wie immer alles umma geht.
Ich bin mittlerweile wieder in der Lövsund-Realität angekommen. Und guat isch es :-).
Der Frühling ist da, das Licht auch, knüpf da an, wo ich aufgehört hab, und die Welt dreht sich weiter.
Habs es guat, ihr lieben Leute!
Pfiatenk und Hej då!
De Birgit
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