Das ist Kalles neuer Leitspruch. Zumindest dann, wenn er daheim ist.
Und ich? Mein täglicher selbstgemachter Cappuccino ist mir gewiss und einmal in der Woche, meist am Wochenende, suche ich für ein paar Stunden Vaasa heim, wenn möglich ohne Max und ohne Kalle, und setze mich - in ein Cafehaus. Mit meiner Zeitung, meinem Büchl zum Einischreiben und gaaanz viel Zeit.
Im Phantasieren über meine Arbeitszukunft hier im Finnenlande kommen mir die absurdesten, banalsten, naheliegendsten und am weitesten hergeholten Ideen.
Eine davon gefällig? Ich werde Cafehauskritikerin!
Eine Cafehauskritikerin verbringt die meiste ihrer Arbeitszeit im Cafehaus und die andere Zeit schreibt sie. Gibts was besseres? Na! Natürlich nit :-)!!!
Um in etwas richtig gut zu werden, brauchts Übung. Bis es also so weit ist und ich meine Millionen mit diesem Job verdiene, übe ich mich in Gelassenheit und im Kaffeetrinken. Und im Schreiben natürlich. Und, liebe Leute, was soll ich sagen? Ihr habt Glück! Ihr habt mit dem Lesen dieses meines Blogs die Chance, ganz exklusiv und in erster Reihe an meinem Erstlingswerk teilzuhaben.
Here we go:
Othello.
Die Türe öffnet sich, man tritt ein und wenn sich die Türe wieder hinter einem schliesst, legt sich die Stille wie ein dicker Mantel über einen. Man hört Gemurmel von Gästen, Löffel, die in Tassen umrühren und vielleicht die Kaffeemaschine. Aber sonst - nichts.
Man steht mitten in einem hellen Raum. An den grossen, auslagenartigen Fenstern befinden sich Tische. Braune, schlichte Holztische mit dazupassenden Stühlen, nett drapiert mit Tischdecken und frischen Blumen. Gleich nebenan befindet sich der Thresen. Es gilt Selbstbedienung hier, wie überall in Finnland, was ich ein bisschen schade finde und ganz grundsätzlich als Minuspunkt einrechne, aber da das überall so gehandhabt wird, fällt dieses Minus nicht ins Gewicht. Das Sortiment ist - für finnische Verhältnisse - gut aufgestellt, zumal Dinge für den kleinen Hunger ebenso wie für die süsse Lust zu finden sind. Finnischen Menschen werden hier alle Wünsche erfüllt. Österreichische Menschen hingegen haben vielleicht das eine oder andere Problem damit. Die Brote mit Wurst oder Käse oder Fisch oder mit allem zusammen sind in Plastikfolie verpackt. Und die süssen Dinge sind so süss, dass jeglicher Geschmack vom Zucker kaltblütig niedergeschlagen wird. Doch auch das ist durchaus üblich und ein Minuspunkt hierüber tut nichts zur Sache. Neben dem typisch finnischen Filterkaffee finden sich auch Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato im Angebot. Wasser gibt es in der Vitrine und man kann sich so oft und so viel nehmen, wie man möchte. Das Teeangebot hält sich leider sehr in Grenzen und beschränkt sich auf Schwarz und Grün.
Es befinden sich weitere Tische im hinteren Teil des Raumes. Dort gibt es zwar kein Fenster, aber das stört nicht. Vielmehr wird dadurch der Lust nach Rückzug und Pause entgegengekommen.
Die Toilette ist extra zu erwähnen. Als nicht-finnischer Mensch gewinnt man nach genauer und wohlmeinender Begutachtung den Eindruck, dass das Klo nicht abzusperren ist und wundert sich dann doch ein bisschen über die vermeintliche Offenheit und Entspanntheit, mit der man hier Intimstem gegenüberzutreten pflegt. Bin eingeführt worden in das Geheimnis des Türabsperrens. Ein altes finnisches Abschliesssystem, das in dieser Form kaum mehr zu finden ist und den Auswärtigen als solchen dumm dastehen und sich im Klo verrenken lässt (ein Fuss immer am Türende, falls wer reinzukommen gedenkt).
Eine Möglichkeit zum Windelnwechseln oder Platz genug, dass ein Mensch mit Rollstuhl oder Rollator sich erleichtern kann, gibt es leider nicht.
Am Wochenende ab Samstag 15.00 Uhr und am Abend ist das Othello geschlossen. Wie auch fast alle anderen Cafes in Vaasa.
Ich unterstreiche, dass nur finnische Cafehäuser miteinander verglichen und zur Beurteilung herangezogen werden. Das Niveau ist also ein anderes als in Österreich und man muss woanders ansetzen.
Es gibt Tische zum Sitzen, man bemüht sich, es freundlich zu gestalten, die Tische werden immer wieder mal abgewischt, die Menschen hinter dem Thresen lächeln und sind nett, wenn sie im Kontakt mit den Kunden sind, der Kaffee ist relativ gut, es läuft kein Fernseher und keine laute Hintergrundmusik, und es ist völlig ok, dort auch alleine zu sitzen. Die Gäste sind bunt gemischt und es ist gross genug zur Anonymität und klein genug, um die Tische gut im Überblick zu haben.
Fazit: Ich habe das Othello zu meinem Cafehaus für alleinige Stunden auserkoren. Es bekommt 3 Sterne von insgesamt 5! Und wenn Kalle von seinem Trip wieder herunten ist, nehm ich ihn vielleicht mal mit.
Na? Wie mach ich mich ;-)?
Einen schönes Wochenende euch allen!
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
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