Weihnachten.
Ein Fest der Familie?
Ein Fest der Liebe und Freude?
Ein Fest der hohen Erwartungen?
Oder doch nichts als nicht eingestandener Stress?
Diese Woche haben wir uns wieder auf unsere alljährliche Weihnachtsrunde begeben. Jedes Jahr schnüren wir kleine Päckchen, schreiben selbstgestaltete Karten und verschenken diese an Menschen, die wir mögen, an Verwandte, an Freunde.
Auf dem Weg von Mensch zu Mensch sind wir dem hochbetagten Mann begegnet, der seine Demenz kranke Frau seit Jahren pflegt, und der sich endlich eingestehen hat müssen, dass er nicht mehr kann. Nun ist sie auf der Liste für den nächsten freien Platz im Altersheim. Das werden ihre letzten gemeinsamen Weihnachten sein.
Wir sind der Frau begegnet, die sich mit ihren 80 Jahren noch einmal so richtig verliebt hat. In einen Schweizer. Er weiss vermutlich nichts von seinem Glück, aber sie strahlt wie eine 15-Jährige und lacht und redet ohne Unterlass.
Wir sind der Frau begegnet, die von einer Reise mit der ganzen Familie nach Australien im kommenden Jahr träumt.
Und die Frau, die stets gezeichnet war von einem schweren Leben, die sich nicht mehr richtig bewegen hat können und nur sehr unzusammenhängend geredet hat, sie war auf den Füssen und hat erzählt und gelacht und getan, als sei das immer so gewesen.
Weihnachten.
Ein Fest wie jedes Jahr?
Ja. Wenn man Glück hat.
Oder Pech.
Und plötzlich kommt dann ein Weihnachten, da ist alles anders.
Und man ist gezwungen, es anders zu gestalten.
Das Gute daran: Wie anders es auch immer sein möge, man wird sich arrangieren.
Der Mensch ist ein famoser Anpassungskünstler.
Und es geht einfach weiter. Das tut es ja immer. Ganz von selbst.
Und überhaupt, wird Weihnachten nicht überbewertet?
Einer meiner Freunde pflegt zu sagen: Weihnachten ist wie der gefühlte Weltuntergang. Jeder stresst und jeder meint: Aber vor Weihnachten sehen wir uns bestimmt noch mal. Grad so, als gäbs nach Weihnachten keine Tage mehr.
Auch das stimmt.
Wir haben uns für das Geniessen und gegen den Stress entschieden.
Wir ziehen uns nicht schön an.
Wir putzen nicht vorher das ganze Haus durch.
Wir laden keine anderen Menschen ein.
Wir machen keine ausgefallenen Geschenke.
Stattdessen freuen wir uns auf die tirol-finnisch-kulinarische Mischung (Nudelsuppe zu Mittag, Risgrynsgröt am Abend).
Wir freuen uns aufs gemeinsame Christbaumsuchen im Wald, aufs Umschneiden, Heimtragen und Schmücken.
Und wir freuen uns aufs Zusammensein.
Alles andere ist offen.
Wir wissen nicht, wies wird.
Wir wissen nicht, wann wir was machen.
Und wir wissen auch nicht, was alles unbedingt sein muss, um uns weihnachtlich zu fühlen.
Aber wir können uns zum Glück auf uns selber verlassen. Wir können uns darauf verlassen, dass wir spüren, was wir brauchen oder möchten. Und das tun wir dann einfach.
Herrlich!
Ich bin so froh um meine entspannte, spontane, strahlende, authentische, lebendige, liebende Familie!
Liebe Leute, liebe Lesererinnen und Leser, dasselbe wünsche ich euch.
Ich wünsche euch, dass ihrs gut habt an diesem Tag!
Egal, wie es dann im Konkreten ausschaut, euer Inneres soll sich pudelwohl und quietschvergnügt fühlen dort, wo es ist.
Ich mache jetzt eine Weihnachts- bzw. Neujahrpause und melde mich dann am 14. Jänner wieder.
Bis dahin - alles Liebe, alles Gute und alles Glück der Welt!
Pfiat enk und Hej då -
d'Birgit
| Då kummt de Sunn, düdldüdü! |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen